CDU Stadtverband | Rheda-Wiedenbrück
 
Presse
20.02.2012, 10:33 Uhr | © 2012 Neue Westfälische / Wilhelm Ide Übersicht | Drucken
Über Stock und Stein entlang der Grenze
Schnatgänger sind in Batenhorst unterwegs


Der traditionelle Schnatgang des Stadtverbandes der Christlichen Demokratischen Union endete in einer Schule, die einige der Wanderer als Kinder selbst besucht hatten. Auch einer ihren früheren Lehrer war dabei: Franz-Josef Daniel, Rektor im Ruhestand. Allein diese Tatsache gab in der Batenhorster Bonifatius-Schule an der Kaffeetafel reichen Gesprächsstoff.



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Bequem platziert: Beim Kaffeetrinken in der Bonifatiusschule erholen sich die Schnatgänger von ihre Wanderung

Peter Bole, CDU-Stadtverbandsvorsitzender, dankte für die Gastfreundschaft in Person von Inge Großerohde und ihrem Ehemann, dem Ratsherrn Heinz-Georg. Er dankte auch dem Batenhorster Ortsvorsteher Hans Schulte, der im Auftrag der CDU-Ortsunion St. Vit/Batenhorst die Wanderer entlang der Stadtgrenze führte. Der Gang begann in Lintel auf der Emsbrücke bei Flammenmühle. Zuerst ging es nahe der Ems bis zur Bokeler Grenze. Dann war eine weite Strecke durch die Bauernschaft Röckinghausen zu meistern. Um den historischen Vorgaben der Grenzsituation möglichst nahe zu kommen, wurde das Wegenetz verlassen. Über Acker, Stock und Stein, ging es Richtung West und Süd.

Ruhe begleitete die Wanderer durch die Winterlandschaft. Es gab kaum Begegnungen mit Artgenossen, aber die Schnatgänger waren nicht allein. Rehe lugten aus dem Kuschelgebüsch. Als sie merkten, dass von diesen Menschen keine Gefahr drohte, setzten sie ihre Futtersuche fort. Krähen, Graureiher und Bussarde beherrschten die Luft. Alles war so, wie es war, als der Schnatgang vor mehr als 100 Jahren noch eine große Bedeutung hatte. Die Grenzen waren den Leuten früher wie heute heilig und das Misstrauen groß. Darum nahm man sie in de rLandschaft in Augenschein.

Längst wachen Behörden über die Grenzen, sind deren Verläufe heute genau vermessen; auf Papier und elektronisch für alle Ewigkeit dokumentiert.


INFO

Raue Sitten


Der Begriff Schnat fußt auf dem Wort Schneise. Eine Schneise, geschlagen durch einen Wald, zeigte früher den Verlauf einer Grenze zur Nachbargemeinde. Auch Einzelbäume, Bäche, Hügel und Grenzsteine waren Kennzeichen für Grenzverläufe. Auf den Schnatgängen herrschten einst teilweise raue Sitten. So wurden Erstteilnehmer mit dem Hosenboden über den Grenzstein gezogen.



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