Mit Schnatgang alte Grenzen erkundet CDU-Stadtverband
Der traditionelle Schnatgang des Stadtverbands Rheda-Wiedenbrück der CDU endete in der Batenhorster Bonifatiusschule. Diese hatten einige der Wanderer als Kinder selbst besucht. Auch einer ihren früheren Lehrer war dabei, Rektor im Ruhestand Franz-Josef Daniel. Das sorgte für viel Gesprächsstoff an der abschließenden Kaffeetafel.
Bei neblig-trübem Wetter hatte der Gang in Lintel auf der Emsbrücke bei Flammenmühle begonnen. Der Batenhorster Ortsvorsteher Hans Schulte hatte im Auftrag der CDU-Ortsunion St. Vit-Batenhorst als Ausrichter die Führung entlang der Stadtgrenze übernommen. Zuerst ging es nahe der Ems bis zur Bokeler Grenze. Dann war noch eine weite Strecke durch die Bauerschaft Röckinghausen zu meistern.
Um den historischen Vorgaben der Grenzsituation möglichst nahe zu sein, wurde das Wegenetz verlassen und es ging weiter über gefrorene Äcker. Ruhe begleitete die Wanderer durch die Winterlandschaft.
Die Schnatgänger waren nicht allein: Rehe lugten neugierig aus dem Gebüsch. Als die Tiere merkten, dass von den Wanderern keine große Gefahr drohte, setzten sie ihre Suche nach Futter fort. Auch Hasen waren unterwegs. Krähenfamilien, Graureiher und Bussarde beherrschten die Luft.
Vor mehr als 100 Jahren hatte der Schnatgang noch eine große Bedeutung. Vor Ort nahm man die Grenzen in Augenschein und legte ihren Verlauf fest.
Der Begriff „Schnat“ fußt auf dem Wort Schneise. Eine Schneise zeigte den Verlauf einer Grenze zur Nachbargemeinde. Auch Einzelbäume, Bäche, Hügel und Grenzsteine waren früher Kennzeichen für Grenzverläufe. Auf den Schnatgängen herrschten rauhe Sitten. Erstteilnehmer wurden mit dem Hosenboden über die Grenzsteine gezogen. Heute wachen Behörden über die Grenzen und ihre Verläufe sind genau vermessen.
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