Peter Bole folgt auf Elisabeth Witte CDU-Stadtverband Rheda- Wiedenbrück
Beim CDU-Stadtverband Rheda-Wiedenbrück ist am Dienstagabend eine Ära zu Ende gegangen. Nach fast sieben Jahren kandidierte Elisabeth Witte aus Rheda nicht mehr als Vorsitzende. Zum neuen Chef ihres 509 Mitglieder zählenden Stadtverbands wählten die Christdemokraten den 6I-jährigen Peler Bole aus Wiedenbrück.
Bei der Mitgliederversammlung in der Linteler Gaststätte "Jägerheim" stimmten 63 von 73 Parteimitgliedern für Bole. Vier sprachen sich gegen ihn aus. "Ein Traumergebnis aus dem Stand heraus", kommentierte CDU-Kreisgeschäftsführer Hubert Kleinemeier das Wahlergebnis für den neuen Mann an der Spitze der CDU in der Doppelstadt an der Ems.
Bole bezeichnet sich selbst als politischen Quereinsteiger. "Für viele bin ich sicherlich noch ein unbeschriebenes Blatt, aber das kann man ja ändern." Als er vor sechs Jahren mit seiner Familie von Verl nach Wiedenbrück zog und in die CDU eintrat, habe er nicht im Traum daran gedacht, irgend wann neuer Stadtverbandschef der Partei zu werden. "Aber als man mich gefragt hat, musste ich gar nicht lange überlegen."
Es sei eine spannende Herausforderung, als Vorsitzender den Stadtverband nach vorne zu bringen. Er sehe sich als Bindeglied zwischen den einzelnen Ortsunionen und der Ratsfraktion. Geschlossenes Auftreten der Partei sei sein Ziel, denn: "Nur gemeinsam sind wir stark."
In den kommenden Monaten gelte es, dem Stadtverband durch konkrete Projekte ein neues Gesicht zu geben. "Die Menschen messen uns nicht an unseren Worten, sondern an unseren Taten", sagte Bole. Gemeinsam mit den Ortsverbänden Rheda, Wiedenbrück, Lintel, und Batenhorstl St. Vit müssten Ziele gesteckt werden, aus denen neue Aufgaben erwachsen.
Peter Bole dankte seiner Vorgängerin Elisabeth Witte für ihren Einsatz in den zurückliegenden fast sieben Jahren. "Hut ab vor der geleisteten Arbeit. Die Fußspuren, die sie als Stadtverbandsvorsitzende hinterlässt, sind gewaltig." Er übernehme von ihr eine Partei, die in allen Bereichen gut aufgestellt sei.
Zur Person
Peter Bole, Jahrgang 1949, ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Seine berufliche Heimat liegt im Maschinenbau. Vier Jahrzehnte, davon größtenteils in Führungsverantwortung, war er bei Gildemeister in Bielefeld beschäftigt. Zuletzt leitete der Diplombetriebswirt dort als Geschäftsführer die Kundenakademie. Seit kurzem ist Peter Bole Chef der VDW- Nachwuchsstiftung mit Sitz in Bielefeld, die es sich zum Ziel gesetzt hat, junge und qualifizierte Mitarbeiter für die Maschinenbaubranche zu rekrutieren. Bole wohnte bis vor sechs Jahren in Verl, verwandtschaftliche Beziehungen verbinden ihn aber seit langem mit Rheda-Wiedenbrück. Sein Vater stammte aus dem Ortsteil Lintel.
Siefert und Lahme sind Vize-Vorsitzende
Der Rechtsanwalt Andreas Lahme (60 Ja-Stimmen) und der Stadtverwaltungsmitarbeiter Heinz Siefert (65 Ja-Stimmen) wurden am Dienstagabend zu den stell- vertretenden Vorsitzenden des CDU-Stadtverbands Rheda-Wiedenbrück gewählt. Schriftführer ist Hans Schulte, ihn vertritt Peter Woste. Als Beisitzer fungieren Wilfried Eickhoff, Michael Fehlbier, Edibe Gök, Hans-Jürgen Hornbostel, Henrika Küppers, Elke Leßmeier und Rainer Wieland. Aus dem Vorstand schieden aus: Christa Bußwinkel (Schriftführerin) sowie Helmut Feldmann, Albert Jürgenschellert, Heinrich Gerling und Heinz-Georg Großerohde (alle Beisitzer). Als Dank für ihre Arbeit überreichte ihnen Elisabeth Witte kleine Präsente.
Wahlkampf-Marathon gut gemeistert
Ihren Rückzug von der Spitze des Stadtverbands begründete Elisabeth Witte mit der zeitlichen Belastung durch Ehrenämter und politische Aufgaben, die sie in den vergangenen Monaten übernommen hat. Nach der Kommunalwahl im Herbst 2009 wurde sie zur stellvertretenden Bürgermeisterin gewählt. Zudem gehört sie dem Stadtrat und dem Kreistag an. Darüber hinaus ist sie Aufsichtsratsvorsitzende des Wertkreises Gütersloh, einer Beschäftigungseinrichtung für Menschen mit Behinderungen. Die Arbeit als Stadtverbandschefin habe ihr Freude bereitet, bekräftigte sie.
Ihr Rückblick auf die vergangenen Jahre fiel positiv aus. Zahlreiche Anträge des CDU-Stadtverbands seien inzwischen in die Tat umgesetzt worden. Ein Wahlkampf-Marathon sei das Jahr 2009 gewesen. Sowohl bei Europa-, Kommunal- und Bundestagswahl als auch bei der Landtagswahl im Mai 2010 habe die CDU in Rheda-Wiedenbriick ihre Führungsposition behaupten können, was nicht zuletzt dem engagierten Wahlkampf aller Kandidaten zu verdanken sei. Bei der Stadtratswahl habe die CDU alle 19 Wahlbezirke gewonnen und Theo Mettenborg als Nachfolger von Bernd Jostkleigrewe ein beachtliches Ergebnis hingelegt.
Neue Diskussionskultur
Die CDU sei nicht überall so populär und personell gut aufgestellt wie in Rheda-Wiedenbriick, unterstrich Bundestagsabgeordneter Ralph Brinkhaus. "Vor allem auf Landes- und Bundesebene haben wir einiges zu bereden."
Die Mitgliederbefragung zum neuen CDU -Landesvorsitzenden habe Signalcharakter. Sie begründe eine neue Kultur der Mitbestimmung innerhalb der Partei. Bislang habe der größte CDU-Landesverband seine 160 000 Anhänger viel zu selten nach ihrer Meinung gefragt. In Zukunft gelte es, Kritikpunkte offen anzusprechen und Niederlagen wie zuletzt bei der Landtagswahl als Chance zum Neuanfang zu begreifen, sagte Brinkhaus. In Kürze würden alle Rheda-Wiedenbrücker CDU -Mitglieder zum Gedankenaustausch in die Gaststätte Klein eingeladen.
Bildunterschrift:
Stadtverbandsvorstand und Ehrengäste: (sitzend, v. 1.) Heinz Siefert, die ehemalige Vorsitzende Elisabeth Witte, ihr Nachfolger Peter Bole und Andreas Lahme sowie (stehend, v. 1.) Bundestagsmitglied Ralph Brinkhaus, Landtagsabgeordneter Dr. Michael Brinkmeier, Fraktionsvorsitzen- der Uwe Henkenjohann, Bürgermeister Theo Mettenborg, Peter Woste, Rainer Wieland, Winfried Eickhoff, Henrika Küppers, Elke Leßmeier, Hans-Jürgen Hornbostel, Hans Schulte und Michael Fehlbier.
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